Wir haben Bilder aus und von Sprache im Kopf; ein Klangbild, das uns vertraut oder fremd ist, ein Schriftbild, das wir mit einer bestimmten Sprache, mitunter auch mit einer bestimmten Person oder einem bestimmten Medium verbinden, ein Bild von der Struktur der Muttersprache, die wir verstehen, selbst benutzen und in der Annährung an andere Sprachen mit ihr vergleichen. Mit den lexikalischen und syntaktischen Mitteln der Sprache und damit auch mit den Sprachbildern erschließen wir uns die Welt, sie helfen uns ebenso, emotionale Zugänge zu Mitmenschen, ihren Sprach- und Schriftzeugnisse - in besonders starkem Maße zur Literatur - zu bekommen wie selbst kognitive Ordnungen in unserem Lexikon herzustellen und Bedeutungen zu erschließen. Sprachbilder verwenden wir selbst täglich mehr oder weniger bewusst im mündlichen und schriftlichen Gebrauch. Besonders nachhaltig wirken in unserem Leben Situations- und damit verbundene Sprachbilder, die wir in frühen Phasen der Sozialisation kennen gelernt haben. Fortan bleiben diese im Gedächtnis. Davon und von einigen weiteren Aspekten handeln die Beiträge dieser Schrift.
Inhaltsverzeichnis:
- Vorwort und Zueignung von Günter Helmes und Marianne Polz
- „Apoll“, „Alter Fritz-Grenadier“ und „österreichischer Harun-al-Raschid. Die Magie der Sprache und die (Bei-) Namen der Dichter (Christobal Mosquero, Theodor Fontane, Joseph Roth) von Helmuth Nürnberger
- Romanhafte Gedächtnisbildung von Matthias Bauer
- „Gesinnungsästhetik” im „Postismus”. Wolfdietrich Schnurres Ein Unglücksfall (1981) von Günter Helmes
- Grenzwechsel zwischen Realität und Fiktion oder: Was könnten Bären, Piraten und andere gefährliche Wesen mit der Entstehung von autobiographischem Gedächtnis zu tun haben? von Helga Andresen
- „Ein Monster, das gang auch noch zu SKY ...” Beobachtungen zum Erzählen von Vorschulkindern von Astrid Schmidt
- Sprachliches Lernen heute: Wie steht es um die mündliche Sprachhandlungsfähigkeit? von Monika Budde
- „Legen Sie Ihre Gedanken und Gefühle zu der im Text angesprochen Problematik dar!“ Zur Konzeption von landesweiten Abschlussprüfungen und Lern- standserhebungen für den Literaturunterricht von Martin Leubner
- Die brüchige Rezeptionsgeschichte paradigmatischer Metaphern in der Philosophie: Zum Beispiel Thomas Hobbes’ „Homo homini lupus“ von Olaf Jäkel
- Die Metaphorik des Internets – Sprachbilder in der Kommunikation über das abstrakte Medium Internet sowie ihr möglicher Nutzen für den Deutschunterricht von Christine Trepkau
- Wolfgang Bächlers Stadtbesetzung. Die Entwicklung einer literarischen Metapher von Erich Unglaub
- Bilder von Abschied und Heimkehr in klassischer Kinder- und Jugendliteratur. Ein Essay von Helga Bleckwenn
- „Der Ton macht die Musik” ... oder? von Elin Fredsted
- Aspekt und Tempus: Markierungsmöglichkeiten des Deutschen im kontrastiven Vergleich zum Französischen, Spanischen und Englischen von Hans-Diether Grohmann
- Alltagstheorien über Wörterlernen von Ernst Apeltauer
- Was zählt? Vom Abbild der Welt der natürlichen Sprache in der Zahlenwelt von Walter Löser
- Aspekte der Briefkultur und damit verbundene didaktische Überlegungen von Marianne Polz
- Autorinnen und Autoren
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